Delphi

Tempel des Apollon

Tempel des Apollon (© John - picasaweb.google.com)

Wer kennt es nicht, das sagenumwobene Orakel von Delphi. Wer diese weltberühmte Kultstätte in Griechenland einmal sehen will, der muss nach Delphi fahren und ein Besuch dort lohnt sich in vielerlei Hinsicht.

Delphi galt lange Zeit als verschollen und manche waren der Meinung, die Kultstätte hätte es nie gegeben und sei nur im Reich der griechischen Mythologie existent, bis französische Archäologen im Jahre 1892 eine sensationelle Entdeckung machten. Sie gruben die Stätte aus, in der die Seherin Pythia den griechischen Herrschern und Feldherren die Zukunft voraussagte. Geweiht war die heilige Stätte Apoll, dem Gott des Lichts, der dort geboren oder vielmehr als Delphin an Land gekommen sein soll. Daher auch der Name Delphi.

Das Stadion von Delphi

Das Stadion von Delphi (© Matthew - picasaweb.google.com)

Der Nabel der Welt/Orakel von Delphi

Der Nabel der Welt/Orakel von Delphi (© mandoline-one - flickr.com)

Aber nicht nur die Stelle, an der das Orakel von Delphi gewirkt haben soll, ist einen Besuch wert, auch die ganze Umgebung ist sehenswert. So liegt zum Beispiel das Amphitheater von Delphi in einem landschaftlich wunderschönen Tal und wird von Olivenhainen umgeben. Auch das Museum von Delphi sollte man sich ansehen, denn dort steht die Skulptur „Der Wagenlenker“, die nicht nur in der Antike als die schönste ihrer Art galt.

Wer allerdings heute von Delphi spricht, meint damit meistens nicht primär die steinernen Überreste aus alter Zeit, sondern denkt eher an das schon erwähnte Orakel. Dabei war das Orakel von Delphi beileibe nicht das einzige Orakel Griechenlands, wohl aber hatte es den besten Ruf von allen, was die Treffsicherheit der Vorhersagen betraf. Wie konnte es zu dieser Qualität der Weissagungen kommen? Zwei Hypothesen werden dabei gerne ins Feld geführt. Zum einen hat der US-amerikanische Geologe Jelle de Boer nachgewiesen, dass in Delphi aus Erdspalten Ethylen austritt, das die Seherin Pythia in Trance versetzt haben soll und ihr damit die Möglichkeit gegeben haben soll, zu ungewöhnlichen Schlussfolgerungen und Kombinationen zu gelangen. Diese These ist mit gewissen Variationen überwiegend akzeptiert.

Ein zweiter Faktor für die hohe Qualität der Vorhersagen dürfte aber als selbstverstärkender Effekt eingetreten sein, nachdem das Orakel einmal – aus welchen Gründen auch immer – einen guten Ruf etabliert hatte. Es kamen nämlich von weit her die Ratsuchenden nach Delphi und vertrauten dem Orakel unvermeidlich viele Informationen und Geheimnisse an – und die Kunden des Orakels waren nicht irgendwer, sondern gesellschaftlich hochstehend und oft einflussreich. Das Orakel war nämlich teuer, sofern es um eine individuelle Beratung und Prognose ging, und zog damit nur die höheren Schichten an – ganz ähnlich wie es bei exklusiven Dienstleistungen auch heutzutage ist . (Eine freeware-Variante des Orakels gab es in Delphi allerdings auch, die „Wahrheit für Arme“ sozusagen. Dieses Orakel konnte aber nur ja-nein-Fragen beantworten.) So sammelte sich beim Orakel ein großer Bestand wichtiger Informationen an, aus Politik und Wirtschaft, Militär und Wissenschaft. Das Orakel konnte diese Informationen kombinieren und aus ihnen Rückschlüsse ziehen. Ungefähr so, als würden heute die Chefs von Siemens, Microsoft, IBM, Oracle, SAP und anderen großen Namen alle denselben Unternehmensberater beschäftigen. Tja vom Delphi-Oracle, Verzeihung -Orakel kann man Marketing lernen!

Apollo Temple in Delphi (The Oracle) (© Kim Bach - flickr.com)

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