Reiseführer Alaska

Reiseführer Alaska? Auch wir bei reiseinfoweb.de wissen natürlich, dass Alaska kein unabhängiger Staat ist, sondern ein Bundesstaat der USA. Alaska darf aber, nachdem man das weiß, wegen einiger Besonderheiten durchaus an eigenständiger Stelle dargestellt werden.

Alaskas Flagge

Zunächst einmal hat Alaska die vielleicht schönste Flagge der Welt. Sie zeigt das Sternbild des großen Bären und den Polarstern vor blauem Nachthimmel. Das teure Werk einer Werbeagentur? Weit gefehlt. Der 13-jährige Schüler John Ben Benson, Sohn einer Ureinwohnerfamilie, gewann im Jahre 1927 einen Wettbewerb, zu dem 700 Schüler aus Alaska ihre Entwürfe einreichten. Sein Entwurf wurde am 2. Mai 1927 offiziell zur Flagge Alaskas bestimmt. Benny Benson starb 1972. Für seinen Sieger-Entwurf hatte er 1000 Dollar und eine Armbanduhr mit Eingravierung erhalten.

Alaska ist ein großes Land: In seiner Nord-Süd-Ausdehnung kann es mit den übrigen Festlands-USA voll mithalten (wenn auch hauptsächlich wegen seines schmalen Küstenstreifens am Pazifik), in bezug auf seine Ost-West-Ausdehnung etwa zur Hälfte. Alaka hat etwa die 20fache Fläche Deutschlands, aber nur gut 700.000 Einwohner. Jeder von ihnen erhält einen jährlichen Anteil aus dem Gewinn des in Alaska geförderten Erdöls, – zuletzt waren es rund 1100 Dollar pro Kopf.

Hätte der Zar von Russland vor rund 150 Jahren gewusst, welche Bedeutung Alaska einmal erhalten würde – wirtschaftlich durch seine riesigen Bodenschätze, politisch durch seine geostrategische Lage – hätte er wohl anders gehandelt als er es dann tat. Denn Alaska war damals russisch, allerdings mit den seinerzeitigen Verkehrmitteln von Russland aus äußerst schwer (und teuer) zu erreichen. Hinzu kam, dass der Zar nach dem 1852 verlorenen Krimkrieg knapp bei Kasse war. So verkaufte er das Land an den Interessenten USA – zum Preis von 0,0004 Cent je Quadratmeter. Einerseits war das der vielleicht günstigste Landkauf der Geschichte, andererseits flossen so immerhin 7,2 Millionen Dollar in die russische Staatskasse. Ausgehandelt hat den Verkaufsvertrag im Auftrag des Zaren übrigens dessen Botschafter in Washington. Der hieß Eduard von Stoeckl und war der Sohn eines österreichischen Diplomaten, der als Botschafter in Istanbul gewirkt hatte.

Touristisch ist Alaska vor allem durch seine beeindruckende Naturlandschaft hochinteressant, aber es ist wenig erschlossen, was natürlich einerseits an der äußerst dünnen Besiedlung liegt, dann wohl auch am kühlen Klima (maximale Sommertemperatur in Anchorage 14 Grad Celsius), vor allem aber daran, dass das angrenzende Kanada großenteil ähnliche Naturschönheiten zu bieten hat, diese aber viel leichter – und tendenziell wärmer – zugänglich sind. So sind ein wesentlicher teil der in Alaska anlandenden Touristen auf Kreuzfahrtschiffen unterwegs. Dennoch: Alaska heißt auch Grizzlybären oder Buckelwale sehen (können), bedeutet (empfehlenswerte) Rundflüge mit Wasserflugzeugen, bedeutet Mitternachtssonne, Gold waschen, Gletscher erwandern, Kajak fahren, Angeln in kristallklarem Wasser. Und es bedeutet die ungeheure Weite des Landes, auch hierin Kanada vergleichbar. Alaska hat acht beeindruckende Naturparks, die jährlich etwa 1,2 Millionen Besucher anziehen.

Die größte Stadt des Landes, Anchorage („Ankerplatz“, 280.000 Einwohner), wurde 1915 im Zuge der Eisenbahnerschließung des Landes gegründet. Heute ist Anchorage auch Standort der Elmendorf Air Force Base, die eine wichtige Rolle im Gefahrenerkennungs- und Verteidigungsgürtel der USA und Kanadas spielt. Sie könnte – neben der beeindruckenden Natur, in die diese Stadt eingebettet ist – eine besondere Touristenattraktion sein, nur 2 km vom Stadtzentrum entfernt. Natürlich kann die Basis nicht besichtigt werden. Man kann sie aus der Ferne sehen und darüber nachdenken, was Zar Nikolaus III. heute wohl zu seiner damaligen Entscheidung sagen würde.

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