Reiseführer Amerika

Die Reiseführer für die Staaten der beiden Amerikas, also für die Staaten Nord- und Südamerikas, sind unter ihren jeweiligen Namen zu finden, darunter die USA unter „Vereinigte Staaten„.

An dieser Stelle wollen wir aber dem interessierten Leser, der sich vielleicht fragt, warum dieser große Kontinent eigentlich Amerika heißt – dieser Kontinent, der die Weltgeschichte der Neuzeit, insbesondere der letzten 80 Jahre, maßgeblich geprägt hat und weiter prägt. Eine Frage, die leicht zu beantworten ist – wenn auch nicht in einem Satz. Amerika verdankt seinen Namen einem Italiener, der als Gastarbeiter in Spanien lebte, und einem Schwaben, der erst 22 Jahre alt war als Amerika entdeckt wurde.

Der besagte Italiener war Amerigo Vespucci, ein aus Florenz stammender Banker und Geograph, später auch Seefahrer, der vom Chef des Florentiner Bankhauses Medici, dem Rothschild seiner Zeit, geschäftlich nach Spanien entsandt wurde. Dort finanzierte er unter anderem die Entdeckungsreise des Christoph Kolumbus als Mitunternehmer (Gesellschafter). Bekanntlich suchte Kolumbus einen neuen Seeweg nach Indien und glaubte auch – als er an den vorgelagerten Inseln des heutigen Amerika angekommen war – in Indien zu sein. Weshalb er ja die Einheimischen auch als Indianer bezeichnete, welchen Namen sie bis zu Karl May und bis heute trugen und tragen. Und er bezeichnete die entdeckten Inseln, die er für Indien vorgelagert hielt,  als „Westindische Inseln“ – ein Name den diese Inseln ebenfalls bis heute tragen. Amerigo Vespucci hingegen, bald ebenfalls zum Seefahrer geworden,  drang auf seinen Fahrten nicht nur zu diesen Inseln vor, sondern bis zur amerikanischen Festlandsküste. Daher galt er – und nicht Kolumbus – einige Jahrzehnte lang als der Entdecker Amerikas. In einem Gerichtsprozess, den Kolumbus´ Söhne führten, wurde dann die Entdeckung ihrem Vater zugesprochen, denn die von ihm entdeckten Inseln gehören nun einmal zum Kontinent.

Und welche Rolle spielte unser Schwabe? Er hieß Karl Waldseemüller und stammte aus der Nähe von Freiburg, und er war Kartograph. Im Jahre 1507, zeichnete eine neue Weltkarte, in welcher er auch den neu entdeckten Kontinent darstellte. Und auf der Suche nach einem passenden Namen für den neuentdeckten, bisher unbenannten Kontinent kam ihm Amerigo Vespucci in den Sinn – und er fand ihn würdig zur Namensgebung für die neue Welt. Denn zu diesem Zeitpunkt galt noch Amerigo Vespucci unangefochten als Entdecker der neuen Welt – der Gerichtsprozess fand erst 40 Jahre später statt. In Anlehnung an die weibliche Namensform anderer Kontinente (wie auch Europa weiblich ist, nämlich eine altgriechische Göttin) nannte er also den neuen Kontinent nach dem Vornamen von Amerigo Vespucci „Amerika“.

Amerigo Vespucci starb 1512, Karl Waldseemüller 1520 – der eine fünf Jahre vor, der andere drei Jahre nach Martin Luthers Thesenanschlag an der Schlosskirche zu Wittenberg, der um wenige Ecken herum zum Calvinismus und von dort zur heutigen Weltgeltung der Vereinigten Statten von Amerika führte, deren calvinistisch gesprägter Arbeits- und Erfolgsethos nach einhelliger Ansicht den wirtschaftlichen Aufstieg des Landes beflügelte. Wievielen Eingeborenen mag wohl bewusst sein, dass sie als „Indianer“ ihren seltsamen Namen einem Italiener verdanken, der von Spanien nach Indien segeln wollte und stattdessen ihre Heimat entdeckte, und wievielen weißen und roten Amerikanern mag wohl bewusst sein, dass  der merkwürdige Name ihres Kontinents die Erfindung oder Entscheidung eines Schwaben aus Freiburg ist? Das allerdings wissen wir bei reiseinfoweb.de nun auch nicht, es würde uns aber durchaus interessieren.

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